„Nachhaltig“, „klimaneutral“ oder „umweltfreundlich“ klingt gut. Ab September 2026 kann es ohne konkreten Nachweis aber ziemlich unangenehm werden.
Mit der EmpCo-Richtlinie verschärft die EU die Regeln für Umwelt- und Nachhaltigkeitsaussagen. Gleichzeitig bringt die neue EU-Verpackungsverordnung PPWR zusätzliche Anforderungen an Verpackungen und deren Dokumentation.
Betroffen sind nicht nur internationale Konzerne, sondern auch Marken, Händler, Onlineshops, Importeure und KMU.
Zeit für einen Marketing-Check.
Was ändert sich durch EmpCo?
Die EmpCo-Richtlinie soll Verbraucher:innen besser vor Greenwashing und irreführenden Umweltversprechen schützen. Die neuen Regelungen gelten ab dem 27. September 2026. Das bestätigt auch die offizielle Zusammenfassung der EU.
Allgemeine Aussagen wie diese werden künftig deutlich riskanter:
- nachhaltig
- umweltfreundlich
- klimafreundlich
- grün
- ökologisch
- biologisch abbaubar
- verantwortungsvoll produziert
Wer solche Begriffe verwendet, muss konkret erklären und nachweisen können, worauf sich die Aussage bezieht.
„Nachhaltige Verpackung“? Zu schwammig.
„Diese Verpackung besteht zu 80 Prozent aus recyceltem Material“? Deutlich konkreter – sofern die Angabe stimmt und belegt werden kann.
Klimaneutral durch Kompensation? Nope.
Besonders streng werden Aussagen wie „klimaneutral“, „CO₂-neutral“ oder „klimapositiv“ behandelt.
Ein Produkt darf nicht einfach als klimaneutral beworben werden, nur weil Emissionen über externe Projekte kompensiert wurden. Tatsächliche Emissionsreduktionen innerhalb der Produktion müssen klar von Kompensationsmassnahmen getrennt werden.
Auch grosse Zukunftsversprechen brauchen Substanz. Wer behauptet, bis 2030 emissionsfrei oder vollständig nachhaltig zu sein, benötigt einen realistischen Plan mit konkreten, messbaren und überprüfbaren Zielen.
Grüne Worte allein reichen nicht mehr.
Bye-bye, selbst erfundenes Öko-Siegel
Ein grünes Blatt, ein hübsches Icon und der Schriftzug „Eco Choice“ machen noch kein glaubwürdiges Nachhaltigkeitssiegel.
Solche Siegel dürfen grundsätzlich nur verwendet werden, wenn sie auf einem anerkannten Zertifizierungssystem beruhen oder von einer öffentlichen Stelle eingerichtet wurden.
Dabei geht es nicht nur um klassische Gütesiegel. Auch Farben, Symbole, Produktnamen und Bildwelten können einen Umwelteindruck vermitteln.
Das betrifft direkt dein Branding, dein Verpackungsdesign und deine gesamte visuelle Kommunikation.
Was hat die PPWR damit zu tun?
Die EU-Verpackungsverordnung PPWR betrifft vor allem Verpackungen, Verpackungsabfälle, Kennzeichnung und Dokumentation.
Welche Pflichten gelten, hängt davon ab, ob dein Unternehmen als Hersteller, Importeur, Händler oder Vertreiber auftritt. Wer Verpackungen unter dem eigenen Namen in Verkehr bringt oder verändert, kann zusätzliche Verantwortung übernehmen.
Besonders relevant ist das für:
- Eigenmarken und Private Labels
- individuell gestaltete Versandverpackungen
- Produktverpackungen und Etiketten
- Händler und Onlineshops
- importierte Produkte
Wenn du neue Verpackungen planst, sollte deshalb nicht nur das Design geil aussehen. Auch Claims, Materialangaben und Kennzeichnungen müssen geprüft werden. Genau hier greifen Strategie und professionelles Verpackungsdesign ineinander.
Diese Inhalte solltest du jetzt checken
Nimm dir deine Kommunikation vor und suche nach allen Aussagen rund um Umwelt, Klima, Recycling und Nachhaltigkeit:
- Produktverpackungen und Etiketten
- Websites und Landingpages
- Onlineshop und Produktbeschreibungen
- Social-Media-Postings
- Online-Anzeigen
- Kataloge, Flyer und andere Drucksorten
- Präsentationen und Verkaufsunterlagen
- eigene Umweltlogos und Gütesiegel
- Aussagen über Materialien und CO₂-Kompensation
- Klimaziele und Zukunftsversprechen
Die entscheidenden Fragen:
Was genau behaupten wir? Worauf bezieht sich die Aussage? Können wir sie belegen? Ist das auch direkt und verständlich erkennbar?
Wenn nicht: überarbeiten.
Jetzt prüfen. Später weniger Stress haben.
Verpackungen, Websites, Produktfotos und gedruckte Werbemittel sind nicht innerhalb eines Nachmittags ausgetauscht. Wer bis kurz vor dem Stichtag wartet, produziert unnötigen Stress und im schlimmsten Fall doppelte Kosten.
amber marketing unterstützt dich dabei, problematische Claims in deiner Kommunikation zu finden, Formulierungen zu konkretisieren und notwendige Anpassungen für Website, Onlineshop, Social Media, Branding und Print umzusetzen.
Kein Greenwashing. Kein leeres Blabla. Sondern klare Kommunikation, die hält, was sie verspricht.
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Dieser Beitrag bietet einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine individuelle Rechtsberatung. Ob eine Aussage oder Verpackung rechtskonform ist, muss im konkreten Einzelfall juristisch geprüft werden.

